Die Nacht beginnt. Es ist eine von vielen. Selbst wenn ich mich anstrenge, kriege ich die Anzahl der bisherigen Nächte nicht einmal ansatzweise zusammen gerechnet. Wen interessiert es überhaupt? Jede Nacht ist ein neuer Anfang, bringt es dann also was, wenn man sie addiert und sich fragt, wie oft man von vorne begonnen hat? Sinnlos. Die Dinge erneuern sich auch ohne unser Zutun, dafür hat die Welt (oder wer auch immer) schon gesorgt.
Erneuerung.
Absolution.
Für Dich oder mich?
Draußen zieht das Leben seine Bahnen, Lieben entstehen und zerbrechen in einem einzigen Brei aus Emotionen, dem ersten Hauch des Frühlings und der Gewissheit, dass alles einen Sinn macht, selbst wenn man ihn nicht findet. Es muss ja so etwas wie den großen Plan geben, den jemand in der Hinterhand hält, um uns damit eines Tages ganz miese zu überraschen. Zumindest hoffe ich das.
Ich stelle mir vor, was jetzt in den vielen einzelnen, ganz persönlichen Universen passiert, die da draußen in der Welt vor sich hin toben. Es bleibt beim Versuch, das Ganze zu erfassen und es in Bilder zu packen, damit ich mir sicher bin, dass ich nicht alleine bin mit all den Empfindungen, Hoffnungen und Ängsten. Man könnte annehmen, dass bei so vielen Kosmen doch irgendwo ein Urknall zu finden sei, aber sonderbarerweise erübrigt sich das gerade.
Jeden Tag springt ein Küken vom Baum und beginnt ein neues Leben. Irgendwo in der Welt, andauernd. Das ist zumindest der Anfang vom großen Plan.
Ich warte einfach drauf. Irgendwo knallt es immer (der Nahe Osten könnte uns da echt ein Lied von singen), wieso also nicht in meinem Universum. Eines fernen, schönen Tages … ja, ja. Und solange es noch nicht soweit ist, lasse ich mich einfach von der Nacht mittragen. Ihr kann man nicht entkommen, diesem alles umfassenden Zustand, der Menschen einander näher bringt und zugleich auseinander reißt. Die Nacht ist einfach und schert sich einen Scheiß um den Rest. Ein beruhigender Gedanke. Alles macht einen Sinn. Aber bitte schickt mir den großen, ganzen Plan bitte als pdf. Da der nämlich ganz bestimmt unverschämt lang ausfällt, liest es sich so sehr viel einfacher.
Vor drei Jahren (oder eventuell auch fünf) sagte ich einmal, es würde nicht lange dauern. Das Ganze habe ich dann gebetsmühlenartig jedes Jahr aufs Neue wiederholt, bis ich es selbst glaubte. Naja, wie sehr man sich doch irren kann. Jetzt ist jedenfalls die Zeit reif für ein paar jungfräuliche Dinge. Und damit meine ich nicht unbedingt mein Sternzeichen ...
2010/03/26
Vom Baum hüpfende Küken in der anbrechenden Nacht
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1 Kommentar:
Geile Gedankenkotze! HAMMER!
LG
Tina
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